Was läuft nicht richtig mit der Trinkwasseranlage?

Um PAUL und seine Wirkung besser zu verstehen, ist es hilfreich, kurz die Technik, wie sie seit Jahrzehnten in der Trinkwasseranlage verbaut wird, und vor allem das Nutzungsverhalten anzusehen.

Nutzungsverhalten und Norm

Das Nutzungsverhalten entspricht eigentlich nie einem regelgerechten Betrieb. Eine Trinkwasseranlage muss ständig durchspült werden, um Ablagerungen und Keime zu verhindern. So fordern es die Trinkwasserverordnung und Normen wie die VDI 6023 oder das DVGW-Arbeitsblatt W 551. Aber da kann noch so eindeutig festlegt sein, dass an jeder Zapfstelle mindestens alle 72 Stunden Wasser entnommen wird – das sicherzustellen, ist nicht leicht. Ein ganz normaler Urlaub macht das oft schon unmöglich.

 

Analoge Technik

Der technische Stand der Trinkwasseranlage ist auch bei Neubauten noch in den 80ern. Die Regelung erfolgt über eine ungeregelte Pumpe sowie Schrägsitzventile und Wachsthermostaten. Ein hydraulischer Abgleich ist aufwendig und wird selten gemacht und noch seltener richtig.

Falsche Temperaturen führen zur Legionellenvermehrung

Die Folgen

Die Problematik des bisherigen Umgangs mit der Trinkwasseranlage wird bei der Hygiene besonders deutlich. Je mehr Wohneinheiten in einem Gebäude, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Legionellen bilden. Nach einer aktuellen Studie* sind 30 % der Gebäude mit über 50 Wohneinheiten von Legionellen befallen. Aber auch bis zu 20 % der kleineren Gebäude haben mit Legionellen zu kämpfen. Die finanziellen und juristischen Folgen sind oft schwerwiegend – von den gesundheitlichen ganz zu schweigen. Auch sonst folgen der mangelnden Regelung der Trinkwasseranlage nur zu oft hohe Sanierungskosten, Energieverschwendung, Verwaltungsstress und nicht zuletzt Komforteinbußen für die Bewohner.

Unser Ziel war deshalb, die Trinkwasseranlage automatisch, also unabhängig vom Nutzungsverhalten, zu regeln. Das zu automatisieren, was die Trinkwasserverordnung und die Normen schon immer fordern. Der Weg dorthin war ihre konsequente Digitalisierung, das Internet der Dinge in der Gebäudetechnik. Nachrüstbar für jede Anlage, im Neubau von Anbeginn sinnvoll und offen für künftige Technologien.

*Quelle: Techem. Ausgewertet wurden 55.000 Gebäude.
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